Alkohol und Schnarchen

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Alkohol und Schnarchen, gibt es da einen Zusammenhang? Leider ja. Alkohol entspannt den Körper und den Geist. Für viele Menschen gehört deshalb der abendliche Schlummertrunk zum Einschlaf-Ritual. Doch die körperliche Entspannung durch den Alkohol hat auch ihre Tücken: Alkohol begünstigt Schnarchen. Und das sowohl direkt als auch indirekt.

 

Wer trinkt, der schnarcht

Das ist weder eine Bauernweisheit noch ein Kampfspruch, sondern leider eine selten bekannte Wahrheit: Alkohol führt in den meisten Fällen zu Schnarchen. Und das bereits nach dem ersten Bier oder dem ersten Glas Wein. Und auch bei Menschen, die sonst nicht schnarchen.

 

Gründe für das Schnarchen durch Alkohol

Wie hängen Alkohol und Schnarchen miteinander zusammen? Und warum löst Alkohol Schnarchen aus? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Schlaffe Atemmuskeln: Durch den Alkohol wird (auch) die gesamte Atemmuskulatur entspannt. Da die Halsmuskulatur und das Gaumensegel lockerer werden, wird die Atemluft in diesem Bereich blockiert. Das Gewebe ist nun nicht mehr so angespannt, und es kann beim Atmen auch leichter flattern. Es kommt zu den typischen Schnarchgeräuschen.
  • Veränderter Schlafrhythmus: Der natürliche Schlafrhythmus wird durch den Alkohol verändert. Der Körper gelangt sehr viel schneller in die tiefe Entspannung.
  • Verändertes Schlafverhalten: Unter dem Einfluss von Alkohol reagiert der Schlafende auch weniger auf äußere Reize. Er wacht nicht von seinen eigenen Schlafgeräuschen auf, und er dreht sich auch eher selten in eine andere Schlafposition. Das ist besonders dann fatal, wenn der Schnarcher auf dem Rücken liegt. Die Seitenlage könnte das Schnarchen mindern.

 

Alkohol und Schnarchen im Alter

Das Problem Alkohol und Schnarchen trifft ältere Menschen stärker als jüngere Menschen. Das liegt vor allem daran, dass mit zunehmendem Alter auch das Bindegewebe schwächer wird. Hier besteht ohnehin schon ein erhöhtes Risiko für Schnarchen und Atemaussetzer. Dies wird dann durch Alkohol noch verstärkt.

 

Studie: Männer schnarchen nach Alkohol häufiger als Frauen

Alkohol scheint bei Männern eher zum Schnarchen zu führen als bei Frauen. Das ergab eine umfangreiche amerikanische Studie aus dem Jahr 2006. Warum das so ist, weiß man nicht genau. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Menge und Regelmäßigkeit des Alkoholkonsums der Testpersonen dabei eine Rolle spielte. In der uns vorliegenden Studie wurden über 1400 Personen (775 Männer, 645 Frauen) im Schlaflabor überwacht. Neben dem Alkoholkonsum wurden auch Faktoren wie Rauchen, Übergewicht (BMI) und Medikamenteneinnahme berücksichtigt.

Das Schnarchrisiko steigt demnach mit jedem weiteren Gläschen Bier oder Wein um etwa 25 Prozent. Dabei spielt es offensichtlich auch weniger eine Rolle, ob der Alkohol direkt vor dem Schlafen getrunken wurde oder früher im Laufe des Tages. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb gefährdeten Personen nicht nur, auf den Schlummertrunk zu verzichten, sondern generell Alkohol zu meiden.

 

Schadet Schnarchen nach Alkohol der Gesundheit?

Ob und inwieweit das Alkohol-Schnarchen der Gesundheit schadet, hängt von einigen Dingen ab.

  • Schnarchen nur nach Alkohol: Wenn Sie sonst nicht schnarchen und wenn das Schnarchen nur nach Alkoholgenuss auftritt, ist das in erster Linie für die mithörende Umwelt problematisch. Ein gesundheitlicher Schaden durch das Schnarchen ist in diesem Fall eher weniger zu befürchten. (Die gesundheitlichen Auswirkungen des Alkohols lassen wir hier bewusst außen vor). Allerdings ist ein solcher Schlaf auch nicht unbedingt erholsam.
  • Schlafapnoe-Symptome durch Alkohol: Es kann aber auch sein, dass durch den Alkohol Symptome einer Schlafapnoe auftreten. Das passiert besonders dann, wenn die Atemmuskulatur nicht nur entspannt, sondern kollabiert (zusammenbricht). So kann beispielsweise die Zunge komplett erschlaffen und nach hinten rutschen. Dadurch blockiert sie die Luftröhre, und es kommt zu Atemaussetzern.
  • Verstärktes Schnarchen durch Alkohol: Wenn Sie ohnehin schnarchen, verstärkt Alkoholkonsum das Problem. Das ist ebenfalls nicht ganz ungefährlich. Die Atemwege sind ja ohnehin schon verengt. Durch den Alkohol werden sie noch weiter verengt. Im schlimmsten Fall treten dann Atemwegsverschlüsse und Atemaussetzer auf.

 

Alkohol-Schnarchen medizinisch abklären

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Alkoholkonsum für Ihr Schnarchen verantwortlich ist, können Sie das sehr leicht selbst testen: Verzichten Sie einige Tage auf den Schlummertrunk. Bestätigt Ihr Schlafpartner, dass Sie in diesen Nächten weniger oder sogar gar nicht schnarchen, haben Sie die Ursache für das Schnarchen herausgefunden.

Falls Sie Ihr Schnarchproblem mit Ihrem Arzt besprechen möchten, sollten Sie ihm auch mitteilen, ob Sie vor dem Schlafen Alkohol trinken. Möglicherweise wird er Sie ohnehin danach fragen.

Wenn Sie ein Schlaflabor aufsuchen, wird man dann möglicherweise auch einen Alkohol-Test durchführen. Bei dieser Alkohol-Provokation trinken Sie vor dem Einschlafen wie zu Hause die gewohnte Menge Alkohol, zum Beispiel Ihre zwei Bier oder Ihr Viertele Wein. Anschließend wird gemessen, ob sich Ihr Schnarchverhalten dadurch verändert. Möglicherweise lautet die Schnarch-Therapie dann einfach nur „Auf Alkohol verzichten“.

 

Schlafapnoe durch Alkohol?

Dauerhafter Alkoholkonsum kann eine Schlafapnoe begünstigen. Darüber sollten Sie sich ebenfalls im Klaren sein, wenn Sie tagsüber und vor allem vor dem Einschlafen regelmäßig Alkohol trinken.

Doch neben den beschriebenen direkten Mechanismen kann Alkohol auch indirekt zu Schnarchen und zur Schlafapnoe führen.

 

Alkohol, Übergewicht und Schnarchen

Dauerhafter Alkoholkonsum führt zu Übergewicht. Und dieses kann ebenfalls das Schnarchen begünstigen. Auf diesem Umweg führt Alkohol auch indirekt zum Schnarchen und zur Gefahr, eine Schlafapnoe zu entwickeln.

Auch andere gesundheitliche Auswirkungen von regelmäßigem Alkoholkonsum können eine Schlafapnoe begünstigen. Hier sind in erster Linie die Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sehen.

 

Alkohol und Schnarchen – ein gefährliches Team

Alkohol kann Schnarchen begünstigen und kann sogar direkt oder indirekt zu einer Schlafapnoe führen. Schnarchen und Alkohol sind also ein recht gefährliches Team, das oft unterschätzt wird.

Besonders gefährlich wird es, wenn man – ohne es vielleicht zu wissen – versucht, die vom Alkohol rührenden Schlafprobleme mit Alkohol zu lösen. Dann entsteht ein wahrer Teufelskreis: Sie trinken abends Ihren Schlummertrunk. Die Folge: Sie schnarchen und schlafen schlecht. Tagsüber fühlen Sie sich unausgeruht, brauchen vielleicht einen Mittagsschlaf. Der Körper ist durcheinander. Da Sie abends schlecht einschlafen, nehmen Sie einen etwas größeren Schlummertrunk. Und schon stecken Sie in der Spirale fest.

Nicht minder problematisch ist es, wenn Sie den Schlaf zusätzlich mit Schlaftabletten  herbeiführen möchten.

Die Kombination von Medikamenten und Alkohol ist ja ohnehin ist sehr problematisch.

Es gibt übrigens auch Medikamente, die dazu führen können, dass der Patient schnarcht. Falls Sie ein solches Medikament nehmen, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. Vielleicht gibt es ein Ersatzmedikament.

Es gibt aber noch eine andere Seite des Problems: Wenn der eine Partner schnarcht und der andere Partner deshalb nicht einschlafen kann. Wenn dieser nun versucht, seine eigenen Schlafprobleme (und vielleicht den Ärger über den schnarchenden Bettgenossen) mit Alkohol zu beheben, ist auch für ihn das Schnarchen vorprogrammiert.

 

Fazit: Alkohol kann Schnarchen auslösen. Bei Männern anscheinend eher als bei Frauen. Gefährdet sind vor allem Personen, die an Atemstörungen im Schlaf leiden. Besonders diese Personen sollten generell auf Alkohol verzichten, um sich und ihrem Partner wieder ruhigen und erholsamen Schlaf zu bescheren.

 

Weitere Infos zu diesem Thema:

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information. Er ist keine professionelle ärztliche Beratung, noch ersetzt er eine solche. Bevor Sie eine Behandlung gegen Ihr Schnarch-Problem beginnen, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt.

 

Wie sehen Ihre Erfahrungen in Sachen Alkohol und Schnarchen aus? Schnarcht Ihr Partner nach Alkoholgenuss mehr als sonst? Oder hat man Sie selbst schon einmal darauf angesprochen? Würden Sie Ihrem Partner zuliebe auf Alkohol verzichten, um das Schnarchen zu stoppen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen oder Meinungen.
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1 Comment
  1. Reply Kornelia 24. September 2014 at 15:32

    Ich glaube, ich habe mir jetzt fast alle Artikel rund ums Schnarchen hier durchgelesen – einige interessant, andere weniger. Im Großen und Ganzen denke ich, dass bei starkem Schnarchverhalten eine Anti Schnarch Vorrichtung die einzige Lösung ist. Mein Mann hat den Anti Snore Guard von Stella White. Ich kann das Produkt jedem weiterempfehlen. lg, Konny… Würde mich freuen, wenn ihr mal einen Artikel über die besten Mundschienen schreiben könntet :)

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